Queenstown–Hoch hinaus und doch ganz weit unten *Teil 2*


Ein weiteres “Must See” was mir von Carol und Lee empfohlen wurde, war der Milford Sound. Da sollte ich unbedingt hin und von Queenstown aus war er am besten zu erreichen.

Nun ja, ich kann schon mal so viel vorwegnehmen, dass sich das ganze für mich nicht besonders gelohnt hat. Ich fuhr den halben Tag in einem Reisebus, eingepfercht mit zwanzig anderen (hauptsächlich älteren) Menschen, durch die Wildnis. Der Ausblick war zwar meist sehr schön, nur nach einer halben Stunde sitzen, hätte ein wenig Abwechslung nicht geschadet. Wir hielten einmal zwischendurch an einem Wasserfall und konnten an einer Quelle unsere Wasserflaschen auffüllen. Dann ging es aber auch schon zurück in den Bus.

Milford SoundMilford SoundMilford Sound

 

 

 

 

 

 

 

Endlich angekommen stiegen wir auf ein Schiff, welches uns durch Milford Sound schipperte. Das Wetter war nicht besonders angenehm. Es nieselte, war windig und etwas frisch. Die lange Busfahrt hatte mich bereits müde gemacht und es gab auch scheinbar keine besonderen Highlights mehr zu sehen. Ich stellte mich etwas gelangweilt aufs Deck und betrachtete die Landschaft. War schon schön, aber mehr eben auch nicht.

Milford SoundMilford SoundMilford Sound

 

 

 

 

 

Nach einer halben Stunde Schifffahrt waren wir wieder zurück im Hafen und durften zurück an Bord des Busses gehen. Welch eine Freude. Den restlichen Tag lang fuhren wir wieder zurück und hielten dabei noch kurz am Mirror lake. Ich war enttäuscht und hätte mir definitiv etwas besseres vorgestellt. Aber immerhin hatte ich ja noch meinen Sprung auf den ich mich freuen konnte.

Milford SoundMilford SoundMilford Sound

 

 

 

 

 

 

 

Einen Tag später war es dann auch schon soweit. Ich meldete mich im riesigen Büro des Bungy Centers und bekam meine Sprung-Nummer, wurde gewogen und durfte noch eine weitere Stunde warten. Dann endlich wurde meine Gruppe aufgerufen und wir wurden zum Bus geleitet. Na toll, dachte ich, ein Bus. Hoffentlich dauert die Fahrt nicht so lange. Nevis sollte hier direkt in der Nähe sein. Aber das wurde mir ja auch über den Milford Sound gesagt. Naja, mal sehen.

Nevis Bungee JumpNevis Bungee Jump

Die Fahrt dauerte ca 20 Minuten und führte einen steilen Sandweg hinauf. Wir standen nun also vor der richtigen Sprungstation. Von außen war noch nicht viel zu sehen, aber meine Aufregung stieg mit jedem Schritt. In der Station wurden wir noch einmal gewogen und die Gurte wurden uns erklärt und angelegt. Nach einigen Minuten warten, wurden wir nach draußen auf eine Plattform geführt. Doch diese Plattform war zu unserer Überraschung noch nicht die alles entscheidende Sprungplattfrom.

Nevis Bungee JumpNevis Bungee JumpNevis Bungee Jump

 

 

 

 

 

Von hier aus führten mehrere Stahlseile hinüber auf die andere Seite der Schlucht in die wir später springen sollten. Direkt in der Mitte war die tatsächliche Plattform für den Absprung aufgebaut. Der Wind war nur mäßig, trotzdem sah man die Plattform bereits leicht wanken. Die Aufregung stieg stetig, denn auch hier mussten wir wieder einen Moment warten. Die einzelnen Springer wurden nun in dreier Gruppen mit einer Gondel in die Mitte der Schlucht gefahren. Ich selber gehörte zur letzten Gruppe und konnte so also noch einige Sprünge mit ansehen.

Nevis Bungee JumpNevis Bungee JumpNevis Bungee Jump

 

 

 

 

 

Ich war nervös und mein Herz pochte wie verrückt. Ich rückte meinem Sprung immer näher. Ich hatte mir einen Bungy Buddy gesucht, der Fotos von meinem Sprung machte im Austausch dafür, dass ich seinen Sprung auf der Kamera festhielt. Er sagte, er sei nicht nervös, wurde jedoch immer ruhiger. Im Gegensatz zu mir. Ich wurde hibbelig und konnte kaum noch stillhalten. Bei dem Sprung aus dem Flugzeug in Hawaii war ich gechillt wie nie. Doch hier raste das Adrenalin nur so durch meine Adern.

Nevis Bungee JumpNevis Bungee JumpNevis Bungee Jump

 

 

 

 

 

Was war anders? Keine Ahnung. Mein Bungy Buddy war vor mir dran. So gut es ging, machte ich Bilder von seiner Vorbereitung, vom eigentlichen Sprung und durch den Glasboden von seinem Fall. Er kam wieder hoch und das bedeutete, ich war nun an der Reihe. Ich war nervös und das sah man auch. Aber es fühlte sich gut an. Ich war voller Vorfreude und konnte es kaum erwarten. Mein Bungee Buddy machte jetzt Bilder von mir und ich hoffte, er würde sich genauso viel Mühe geben, wie ich es getan hatte.

Nevis Bungee JumpNevis Bungee JumpNevis Bungee Jump

 

 

 

 

 

Es war so weit. Die Gurte waren festgezurrt, das dicke Gummiseil war befestigt und ich schlurfte so gut es ging zum Absprung. Ich schaute nach unten und zum ersten Mal begriff ich, wie weit es eigentlich runter ging. 134 Meter in die Tiefe. Konnte ich diese Zahl vorher nicht einordnen, so war sie nun so real wie noch nie. Es war viel. Es war hoch. Es war ein weiter Weg nach unten. Und ich musste springen. Der Jump Instructor zählte von drei rückwärts, danach sollte ich springen.

Nevis Bungee JumpNevis Bungee JumpNevis Bungee Jump

 

 

 

 

 

Von drei bis zwei ging es viel zu schnell. Ich war noch nicht bereit. Oder etwa doch? Von zwei bis eins fühlte es sich an wie eine Ewigkeit. Dann endlich: Eins! Mein Kopf setzte aus und ich vergaß komplett was zu tun war. Ich musste springen. Nicht fallen lassen. Springen! Meine Arme waren ausgebreitet und ich war bereit. Nur meine Beine machten irgendwie nicht sofort das was ich von ihnen wollte. Gerade noch rechtzeitig hörten sie wieder auf mich und gaben den letzten Stoß vom Boden und ich sprang.

Nevis Bungee JumpNevis Bungee JumpNevis Bungee Jump

 

 

 

 

 

Das Gefühl nach dem Sprung ist kaum zu beschreiben. Man ist vollgepumpt mit Adrenalin und Glücksgefühlen, gleichzeitig fühlt es sich aber an, als hätte man beim Treppab gehen eine Stufe übersehen. Nur dass man sehr viel länger fällt. Der kleine Bach unten im Tal kam mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit immer näher. Dann plötzlich straffte sich das Seil und ich spürte den Wiederstand. Es sah aus, als wäre ich fast am Boden angekommen, da zog mich das Seil mit einer enormen Wucht wieder nach oben.

Nevis Bungee JumpNevis Bungee JumpNevis Bungee Jump

 

 

 

 

 

Das Blut stieg mir so rasch in den Kopf, dass ich für einen Moment einen starken Schmerz spürte. So schnell er kam, verschwand er jedoch wieder. Ich federte noch ein paar Mal hoch und runter und kam schließlich Kopfüber hängend zur Ruhe. Nun musste ich nur noch das sicherheitsseil an meinen Füßen lösen um in eine aufrechte Position zu kommen. Im Geschirr sitzend konnte ich eine fabelhafte Aussicht genießen. Ich war so aufgedreht, dass ich am liebsten direkt noch einmal gesprungen wäre.

Nevis Bungee JumpNevis Bungee JumpNevis Bungee Jump

 

 

 

 

 

Zurück in der Sprungstation, bekamen wir dann noch ein Video vom Sprung, ein T-Shirt und einen Schlüsselanhänger. Dieser Ausflug hatte sich für mich mehr als gelohnt. Queenstown war somit für mich abgeschlossen und es konnte weiter gehen. Nächster Stop: Wanaka!

Advertisements

Erzähl mir auch deine Gedanken!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s