Kapaa–Isolation


Alle sagten, Oahu sei nicht die schönste der Inseln. Ich solle mir doch auch eine der anderen Inseln angucken. Kauai sei die schönste. Man nennt sie auch die Garteninsel, da sie die vielfältigste und angeblich schönste Botanik von allen aufweise.

Kealia BeachKealia Beach

Auf Anraten aller Backpacker buchte ich mir also einen Flug nach Kauai. Auf die Schnelle war es jedoch nicht möglich eine Couch zu finden. Ich suchte mir also das nächstbeste Hostel und checkte für die nächsten 2 Tage ein.

Kauai Beach House HostelKauai Beach House HostelKauai Beach House Hostel 

Da war ich also auf Hawai’is Gasarteninsel. Und jetzt? Ich hatte keinen Schimmer was ich machen sollte. Es war zwar nicht das erste mal, dass ich ungeplant irgendwo ankam, jedoch erschien es mir das erste Mal zu sein, dass ich nicht wusste, was ich machen sollte. Man sollte ja meinen, in einem Hostel ist es leichter, neue Leute kennen zu lernen. Ist es nicht…

Kealia BeachKealia BeachKealia Beach

Die Leute reisen zu zweit, zu dritt oder in noch größeren Gruppen und blenden andere um sich herum einfach aus. War mir auch ganz recht. Ich brauchte Zeit zum Schreiben und um in mich zu gehen. Außerdem mag ich eh kein Gesabbel wenn ich am Strand liege!

Kealia BeachKealia BeachKealia Beach

So ging ich auch an meinem ersten Tag direkt zum nächstgelegenen Strand und sonnte mich den ganzen Tag lang. Entspannung pur. Schlafen konnte ich in der Nacht, wie man es sich wohl schon denken kann, eher weniger. Außerdem befand sich mein Bett in einer Art Durchgangszimmer zur Terrasse. Direkt an der Tür und eigenartigen Dielen die wohl das Fenster darstellten. Ich war in einem Mischzimmer mit 2 männlichen Schnarchern.

Kauai Beach House HostelKauai Beach House HostelKauai Beach House Hostel

Meine Ohrenstöpsel halfen. Doch leider nur 2 Stunden lang. Ich musste mir die Stöpsel so tief in die Ohren stecken, dass ich von den Schmerzen irgendwann aufwachte. Ich versuchte einen gemeinsamen Rhythmus im Schnarchen und Meeresrauschen zu finden, so dass ich dann tatsächlich noch ein paar Stunden Schlaf bekam.

Papa'a Bay BeachPapa'a Bay Beach

Der nächste Tag auf Kauai musste also etwas actionreicher sein. Ich lieh mir ein Fahrrad und Schnorchelequipment und machte mich auf zu einer guten Schnorchelstelle. Gar nicht so leicht mit einem Fahrrad ohne Gangschaltung. Kauai ist, wie wohl ziemlich alles in Hawai’i, ganz schön hügelig. Ich schaffte ungefähr ein drittel der geplanten Strecke und gab dann schließlich auf. Die Sonne brannte mindestens genauso stark wie meine Lunge und ich war schweißgebadet. Ich fragte nach dem nächsten Strand und freute mich, dass ich ein winziges Eckchen nur für mich ergattern konnte.

Papa'a Bay BeachPapa'a Bay BeachPapa'a Bay Beach

Der Strandabschnitt war umgeben von Grünzeug und komplett versteckt von der gesamten Außenwelt. Es war ein kleiner Kraftakt das Fahrrad dort runter und hinterher wieder hinauf zu bekommen, doch es hat sich allemal gelohnt! Keine nervigen Kinder. Keine alten Spanner. Kein knutschendes Pärchen. Nur Wasser und Sand und Sonne. Ich legte mich hier sogar zum ersten Mal oben ohne in die Sonne. Das war ein Gefühl von Freiheit wie ich es noch nie erlebt habe.

Papa'a Bay BeachPapa'a Bay BeachPapa'a Bay Beach

Nach den ersten Paar Minuten im Sonnenbad machte ich dann auch meine ersten Schnorchel-Versuche. Als ich mir die farbenfrohe Unterwasserwelt an Kauai’s Küste so betrachtete, fühlte ich mich plötzlich doch wieder alleine. Ich hatte keine super coole “GoPro” Kamera, die ich auch mit ins Wasser nehmen konnte, so wie Mikko und Helena, um anderen diese tollen Bilder zu zeigen. Und es war auch niemand da, mit dem ich die bunten Fische bestaunen oder die lustigen Seegurken bewundern konnte. Etwas geknickt watete ich aus dem Wasser. So ist das eben, sagte ich zu mir. Alleine reisen war meine Entscheidung. Sich einsam zu fühlen bleibt wohl nicht aus.

Ich hatte es schon soweit geschafft, warum also jetzt den Kopf hängen lassen? Ich schluckte diesen Anflug von Trauer runter und legte mich wieder in die Sonne. Morgen geht es ja schon wieder nach Honolulu. Dass ich dort alles andere als alleine sein werde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht ahnen!

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