Calais – Na endlich!


Da stand ich nun also in dem verfluchten Dunkerque und kam nicht weiter. Auf meinem verzweifelten Weg in Richtung Calais traf ich auf ein holländisches Ehepaar. Sie zeigten mir den Weg, doch da sie in die andere Richtung, nämlich zur Autofähre, wollten sagte der Mann folgendes: „Well, I think you have to hitchhike!“ Oh nein. Ich fühlte mich hilflos und so langsam schwand auch jede Hoffnung noch heute nach Calais zu gelangen. Ich ging weiter die Schnellstraße entlang nach Loon Plage wo ich mir endlich etwas zu trinken kaufen konnte. Ich war schon fast komplett ausgetrocknet. Hilfe konnte ich vergessen, denn auch hier sprach mal wieder niemand Englisch.

Es war wohl tatsächlich die einzige Möglichkeit zu trampen. Ich malte also auf meine verteufelte Karte aus dem Tourismus Büro „Direction Calais“ und stellte mich an den Kreisel, der zur Autobahn führte. Ich muss sehr verzweifelt ausgesehen haben, denn kurze Zeit später hielt tatsächlich eine Frau an und nahm mich mit in Richtung Oye Plage. Sie war sehr nett und zeigte mir auf ihrem Navi wo sie mich hinfährt und wo ich hin muss. Von hier aus sind es nur noch 15 Kilometer, sagte sie und setzte mich an einer Bushaltestelle wieder ab. Sie war sich ziemlich sicher, dass von hier aus ein Bus nach Calais fuhr. Doch ich wartete und wartete und nichts passierte.

Es war mittlerweile schon ziemlich spät, was mich dazu veranlasste die 15 Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Während ich ging hielt ich den Autofahrern mein ramponiertes Schild entgegen. WOW es hielt jemand an. Er nuschelte und schielte. Ich verstand ihn nicht. Dann fuhr er einfach weg. Na toll, danke für nichts. Ich meinte so viel verstanden zu haben, dass ich in die falsche Richtung laufe, da er wild mit dem Kopf schüttelte. Ich fragte die nächstbeste Passantin in der Nähe und sie erklärte mir (auf Französisch) dass ich komplett falsch lief und wieder zurück müsse. Ich würde wohl nie mehr nach Calais kommen.

Doch als ich endlich auf dem richtigen Weg war hatte ich Glück. Kurz nach Oye Plage hielt ein junger Mann an und ich fragte ihn ob er nach Calais fuhr. Und dann hatte ich noch mal Glück. Er sprach Englisch und antwortete mit „Yes“! Nachdem ich einen kurzen Blick auf ihn und sein Auto geworfen hatte hievte ich meinen Rucksack ins Auto und sprang hinterher. Wir hatten eine sehr nette Unterhaltung und er fuhr mich direkt bis zum Gate. Für ihn war es wohl ein ziemlicher Umweg, aber sonst hätte ich wohl die ganze Nacht durchwandern können. Ich war körperlich am Ende und fertig mit den Nerven, aber endlich ging es wieder Berg auf!

Ich kaufte mir eine Karte für die Fähre und setzte mich direkt ans Deck. Von hieraus wollte ich dem verhassten Frankreich auf nimmer Wiedersehen sagen!

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